27.07.12

Warum Sozialbericht bereits im Juli?

Wohlfahrtsverbände zeigen sich erstaunt und verärgert

München. Mit großer Überraschung reagieren die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege auf die angekündigte Veröffentlichung des Berichts der Staatsregierung zur sozialen Lage in Bayern bereits im Juli. „Mit dem Bericht war frühestens im September, vermutlich sogar später, zu rechnen“, so Thomas Beyer, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW). Damit stellt sich die Frage, warum das Sozialministerium den Erscheinungstermin scheinbar überstürzt nach vorne verlegt hat.



Kritisch ist zu sehen, dass weder Wohlfahrtsverbände noch Politik auf dieses Vorgehen vorbereitet waren. Auch der Fachbeirat zum Sozialbericht wurde – erst im Nachgang zur morgigen Pressekonferenz – zu einer Sitzung am Montag, den 30. Juli, eingeladen, bei welcher der Sozialbericht vorgestellt werden soll.
„Ich bin regelrecht verärgert“, äußert sich Beyer, „uns liegen keinerlei Informationen vor. Mir stellt sich die Frage, wie ernst das Sozialministerium den Dialog mit den Wohlfahrtsverbänden nimmt.“ Zumal erst vor zehn Tagen dem Sozialministerium auf dessen Wunsch noch Zahlen zur Wohnungslosigkeit in Bayern geliefert worden seien. Es sei äußerst unwahrscheinlich, dass diese Zahlen im Bericht noch aufgegriffen wurden.
Beyer: „Wir werden jetzt den Sozialbericht noch intensiver bearbeiten. Er wird definitiv nicht im Sommerloch untergehen.“

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